Thursday, November 11, 2010

Seereise

Auf jeder Seereise, die laenger als 24h dauert muss man einen "Muster drill" haben, was auf gut deutsch heisst, dass jeder auf dem Schiff sich an einem bestimmten Punkt, der "Assembly Station" in 6 verschiedenen Gruppen versammelt. Dann werden alle Namen einer Gruppe vorgelesen und wenn du deinen Namen hoerst rufst du laut: "JAPP!!". Somit weiss man im Falle eines Notfalles (z.B. einem Feuer) dass alle Leute an Bord sicher sind, oder dass eben So-und-so fehlt und dann wird nach So-und-so gesucht. Bei so einem "Muster drill" (das ich wohl am besten mit "Versammlungs Uebung" uebersetzen koennte, was sich aber sowas von bescheuert anhoert, dass ich es lieber nicht mache) sollte man immer mit langen Aermeln und langer Hose bekleidet sein, wie auch mit geschlossenen Schuhen, Socken und einer Kopfbedeckung mit Krempe. Sollte das Schiff wirklich in Gefahr sein, dann willst du in einem Rettungsboot deine Haut weder der Sonne noch kaltem Wetter aussetzen.
Nachdem alle anwesend sind, macht man manchmal auch noch andere Uebungen, z.B. wie so eine ganze Gruppe zu ihrem Rettungsboot kommt: Jede der 6 Gruppen bildet eine Schlange. Da alle ja eine Rettungsweste anhaben (ausser natuerlich meinem Sohn, weil er sich geweigert hat diese sich anziehen zu lassen, hmpf) haelt man sich mit einer Hand an der Rettungsweste des Vordermannes (oder der Vorderfrau) fest und dann schlaengelt man sich hoch zu seinem Rettungsboot (wovon es genau 6 Stueck gibt), wo man dann im Falle eines Falles in das Rettungsboot verfrachtet werden wuerde (was wir Gott sei Dank noch nie machen mussten). Wenn man keine Kinder hat, ist das alles schoen und gut und die ganze Uebung macht Spass, weil sie einen ja schliesslich davon abhaelt zurueck zur Arbeit zu muessen. Nun mit Kindern ist das etwas anders. Ich hab selber meine dicke Rettungsweste an und Baby hat ebenfalls eine fette Weste an. Es ist fast ein Ding der Unmoeglichkeiten Baby da halbwegs bequem zu transportieren, und wenn man dann auch noch so ein Riiieeeesenbaby wie Cedric hat faellt einem fast der Arm ab (er bringt immerhin stolze 9kg auf die Waage).




Auf Seereisen kann man ja bekanntlich auch nicht an Land um z.B. spazieren gehen. Da bin ich extrem froh, dass wir ein "Fundeck" an Bord haben, dort haben die kleineren Kinder morgens ihren Kindergarten und nachmittags koennen wir dorthin gehen zum Spielen. Da gibts Schaukeln, Rutschen, ein Schloss, ein Spielhaus, Dreiraeder und vieles mehr... Ned hat jetzt auch endlich gelernt wie man die Pedale vom Dreirad benutzt, leider bisher nur rueckwaerts:o)))





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